Lille

Ich habe ein bisschen übersehen, das hier weiter zu führen :-) Aber Frankreich war produktiv, und mittlerweile bin ich bei 125 Seiten angelangt, und es ist Zeit für den ersten Perspektivwechsel. Wollte ihn eigentlich später machen, aber ich glaube, so ist es besser, außerdem bin ich Lille ein bisschen leid und freue mich jetzt auf Jovaran - mal schaun wie der sich so schreibt :-)

In diesem Sinne: Es geht voran in Deutschland!

 

Esybilla

*guter Dinge* 

21.7.08 19:51, kommentieren

Heimat...

... eine Woche zurück aus Grenoble, und irgendwie muss ich darüber nachdenken, was dazu führt, dass man irgendwo heimisch wird.

 

Es ist ja kein großes Geheimnis, das Frankfurt definitiv nicht meine Stadt ist. Dabei wohne ich doch immerhin schon jahrelang in der Umgebung, und die drei Jahre, die ich jetzt wirklich in Frankfurt wohne, sind so an mir vorbei gerauscht, dass ich immer noch nicht das Gefühl habe, ich würde hier leben.

 Ich find die Vorstellung, mein ganzes Leben hier zu verbringen, irgendwie erschreckend, und ich hoffe, es kommt nicht dazu. Nicht, dass es generell ein Problem ist, das ganze Leben an einem Ort zu verbringen (okay, vielleicht schon, aber anderes Thema), aber muss es unbedingt Frankfurt sein?

 

Nehmen wir doch mal wahllos ein anderes Beispiel... zum Beispiel... Grenoble.

Wenn ich mich fragen würde, wo ich mich mehr zuhause gefühlt habe, würde ich sofot Grenoble nehmen, obwohl ich dort nur ein einziges Jahr lang gelebt habe. Aber allein jetzt, als ich wieder in der Stadt war, habe ich mich sofort wieder heimisch und wohl gefühlt, als wäre ich nie weg gewesen.

Wenn man mich fragen würde, ob ich noch mal hin wollte, ich würde sofort gehen. Komisch, oder? Und aus Frankfurt will ich weg so schnell es geht...

 

Darmstadt ist da schon besser.  Immer wenn ich da noch mal durch die Stadt laufe, habe ich auch Heimweh, es waren ja auch immerhin sechs Jahre, und von der Atmosphäre hat mir die Stadt auch gut gefallen - wenn auch immer noch kein Vergleich mit Grenoble. Aber Frankfurt *grusel* Kein Wunder, dass ich ständig auf der Autobahn hänge ;-)

 Und Bad Homburg/Friedrichsdorf? Das ist irgendwie gruselig auf seine ganz eigene Art. Es ist halt... meine Kinderzeit. Aber verglichen mit Darmstadt oder Grenoble fühle ich, wenn ich durch Friedrichsdorf oder Bad Homburg laufe einfach... gar nichts. Es ist halt da. Fertig. Komisch, oder?

 

Ich muss definitiv aus dieser Stadt raus ;-) Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Alex und ich hier in der Gegend was finden, wo wir bleiben können/wollen ist wohl eh der sechser im Lotto, und somit wirds wohl eh woanders hin gehen.  

 Vielleicht gar nicht so schlecht. Als ich mit der Promotion anfing, war mir ja so gar nicht nach reisen, aber jetzt so langsam fühle ich, wie so langsam wieder die Reiseschuhe aus dem Schrank rauslugen. Noch mal ganz woanders hin? Noch mal ganz was anderes sehen? Noch mal ganz was andres tun? Ja, bitte, gerne, und vor allem letzteres wird sich ja eh nicht vermeiden lassen.

 Ich mach mich nicht gut in festen Strukturen, glaube ich. Also gehts eh wieder los.

 

Wenn man nur die Leute mitnehmen könnte. Das ist glaube ich echte Heimat, Freunde, auf die man sich verlassen kann, jahrelange Vertrautheit. Das geht ein bisschen flöten, mit dem vielen Reisen. Auf der anderen Seite ist das denke ich auch ein bisschen mit eine Frage des Willens. Wenn ich mal schaue, da wir jede Woche mit Arno WoW spielen ist es irgendwie, als sei er immer noch da. Man quatscht eben doch noch viel...

 

Das macht ja Hoffnung.

 

Von daher - schnell fertigpromovieren, und dann raus in die Welt...

Ich glaub, ich machs wie Alex. Ich bezeichne mich als 'Europäer' und versuche einfach, überall daheim zu sein. Ist eh am lustigsten...

 

In diesem Sinne

 

Esybilla 

 

1 Kommentar 21.7.08 19:49, kommentieren

Alles Sonne

Vortrag lief gut, mein Schlafrhythmus scheint sich zu normalisieren und das Wetter ist spektakulär sonnig und warm, so daß man fast sagen könnte: Schade daß Konferenz ist, das hier wär auch zum Rumgammeln in der Sonne gut :-)

 

ABer brav wie ich bin sitze ich doch meistens im VOrtragssaal (außer wenn ich wie eben einen Vortrag überspringe, weil cih mein Lunchticket im Hotel vergessen habe, und da verstehen die hier echt keinen Spass ;-) ) und interessant ist es zu allem Überfluss eigentlich auch noch. Es isnd nicht so viele Molekülleute da, was aber den Vorteil hat, dass die klumpen und man tatsächlich mal in der Lage ist, JEDEN Vortrag und JEDES Poster, das einen interessiert zu sehen.

 

Gestern gings ins Rathaus von Lyon, sehr eindrucksvoll, und danach habe ich noch mit einer Italienerin einen schönen Spaziergang durch die Altstadt gemacht - fand ich auch wirklich hübsch...

 

ALso, alles Sonne, Vortrag vorbei, gut gelaufen, viele Komplimente eingesammelt (und das tut ja dohc immer gut...) und die Biosession heute morgen war auch echt aller Ehren wert...

 

Nun ja... jetzt ist Essenszeit, und Esybilla hat Hunger

 

Also bis dann

Esybilla

 

9.7.08 13:16, kommentieren

Langsam wirds ernst...

Nach einem kleinen Nervenzusammenbruch gestern nacht weil ich schon wieder nicht schlafen konnte (ich möchte mal wissen wieso, weil ich mich überhaupt nicht nervös fühle und eher auf den Vortrag freue - soweit ich mich selbst eruieren kann bin ich völlig ruhig, was das angeht, konzentriert und will eigentlich einfahc nur los legen) habe ich heute die erste Session geskippt und sitze jetzt im Park der Universität Lyon 2 und tippsel noch ein bisschen.

 

Den Vortrag habe ich mir eben noch mal angesehen, alles in Butter, bin konzentriert und motiviert...

 

Ach ja, ich wollte ja auch noch was zu der Uni selbst erzählen. Das Gebäude ist relativ alt, vielleicht spätes 19. Jhdt und die Vorlesungssäle sind KRASS. Erinnert mich irgendwie eher an die Senatssäle irgendwelcher STädte und selbst dafür ist es eigentlich noch zu nobel. Alles in Holz, eine erste und eine zweite Etage (wie im Theater) und hinter dem Vortragenden Ölgemälde, irgendwelche griechischen Philosophenschulen... und was das in dem Saal war wo ich nachher vortragen werde habe ich gestern nicht richtig gesehen weil ich eben unter so einer EMpore saß, aber naja, nachher kann ichs mir ja gut anschauen.

 

Schön war auch, daß es gestern abend ein Chorkonzert in eienr alten Abtei hier gab, das wirklich gut war (und auch in meinem etwas prekären Zustand - habe ich schon erwähnt wie sehr mich das ANNERVT?!?!?! - sehr gut fürs Gemüt war), also eigentlich ist alles gut, die Moral auch, cih bin müde, aber habe immerhin 7 Stunen geschlafen (das ist gegenüber den 0 von gestern schonein Fortschritt) und habe es die Nacht 2 mal geschafft, von alleine einzuschlafen. Vielleicht bin ich Insomniamäßig über den Berg...

 

Ich hätte mir dieses Faithless-Lied mitnehmen sollen... ich finds auch gar nicht mal schlecht.... ;-)

 

So, offenbar ist die erste Session zuende, alles stürzt sich auf den Kaffee, ich werd mich mal ins Getümmel bewegen...

 

Alles Liebe

 

Esybilla 

8.7.08 10:03, kommentieren

Konferenz durchwachsen, Moral gut

Bisher ein durchwachsenes Erlebnis auf dieser hochgelobten Konferenz. Ich sitze hier noch am Internet das die Organisatoren freigegeben haben (gelobt sei die Tatsache, dass ich jetzt einen Laptop besitze!) und werde gleich noch mal nach Hause gehen um mich ein bisschen auszuruhen, bevor das Abendprogramm (aka Konzert - was für eins auch immer) losgeht.

 

Das Programm ist mittelmäßig, ich bin ein bisschen randständig mit dem was ich tue, aber immerhin nicht so randständig wie ich das noch von gewissen Zeolithkonferenzen kenne, wo ich leider mit keinem der Anwesenden die gleiche Sprache sprach...

 

Zwei drei nette Dinge sind schon dabei rausgesprungen, aber natürlich, wie immer, kaum für mich, sondern mehr für zwei Kolleginnen, na ja, man hilft ja wo man kann, und interessiert hat es mich auch.

 

Überraschenderweise bin ich nicht müde - bemerkenswert, nach DER Nacht, ich hoffe nur, ich kann heute Nacht schlafen...

 

Ich glaub wenn ich wieder in Deutschland bin gehe ich mit diesen Insomnia-Anfällen mal zum Arzt, irgendwie ist das ja alles nicht mehr schön...

 

So, genug heute also von Fluoreszenzspektren, Molekülen und irgendwelchen Lumineszenzzentren (wer hätte gedacht, dass es SO viele Leute gibt, die sich mit letzterem beschäftigen? Das ist fast so schlimm wie die Ramanspektroskopie in Paris...)

 

However, morgen ist meine große Stunde, schaun mer mal wie das so wird.

 

Bis dahin

 

Esybilla 

7.7.08 18:06, kommentieren

Konferenz, die erste

Angekommen in Lyon und entgegen aller Erwartungen und Wahrscheinlichkeiten habe ich es tatsächlich geschafft, alles rechtzeitig fertig zu kriegen. Jetzt sitze ich hier, habe mich angemeldet, noch eine STunde bis es los geht und fühle mich ein bisschen verloren in dem ganzen Betrieb....

Ist halt nicht ganz meine COmmunity, ich kenne noch keinen hier (außer den paar, die ich heute morgen im Frühstücksraum des Hotels gesehen habe und die ich hier wieder traf), und da ist aller Anfang eben schwer... 

 

EIn anderer Super-GAU mit dem ich nicht gerechnet habe, war, daß ich die Nacht buchstäblich kein Auge zu getan habe. Es passiert mir ja mal öfter dass ich bis um fünf oder so nicht schlafe, aber ne ganze Nacht ist schon bemerkenswert hart. Noch bemerkenswerter ist, dass ich mich eigentlich nicht wirklich müde fühle. ICh bin kurz davor in der Mittagspause zu ner Apotheke zu rennen und um ein SChlafmittel zu betteln, denn heut nacht muss ich gut schlafen, sonst zerlegts mich morgen beim Vortrag...

 

 Apropos Vortrag...

Hier hängt ein Zettel im Raum, dass jeder, der eine Postdocstelle sucht, sich doch eintragen und seine Posternummer aufschreiben kann. ROTFL. Und was ist mit denen, so rein hypothetisch, die eine Postdocstelle suchen und einen VORTRAG halten? Dass das offenbar eher die Ausnahme ist zusammen mit der konstanten Anrede 'Dear Professor' in meiner Korrespondenz mit den Organisatoren macht mich irgendwie schon nervös...

 

 

Aber Courage, Courage, muss ja, und gesetzt den Fall, ich kann diese Nacht schlafen, wird auch alles gut...

 

Fußnote 1: Kaum 12 Stunden in Frankreich und schon werde ich im Gespräch mit Franzosen wieder für anglophon gehalten... das geht hier gerade so weiter wie in Grenoble...

 

Fußnote 2: Es ist SCHICK mal wieder im Departement Rhone-ALpes zu sein. Es war fast wie nach Hause zu kommen.....

 

LG

Esybilla

 

*bemerkenswert wach* 

 

 

 

7.7.08 09:40, kommentieren

Licht am Ende des Tunnels

Man soll es kaum glauben, aber ich habe tatsächlich dass Gefühl, dass es langsam wieder ein bisschen bergan geht....

 

An der Stopped-Flow weiß ich zumindest, daß es im Prinzip jetzt funktioniert, und an der Anlage habe ich auch einen Schritt voran gemacht... mag ja sein, vielleicht zahlt sich die Arbeit ja auch mal wieder aus. Wird ja auch mal Zeit, daß ich hier irgendwas zustande bringe, schließlich will ich ja nicht mein ganzes Leben hier verbringen...

 

In jedem Fall führt das dazu dass ich mal wieder besser schlafe - wie ich das hasse, dass sich so was bei mir immer gleich auf Magen und Schlaf schlägt - ich muss echt mal nen Weg finden, meinen Körper da ein bisschen mehr zu veräppeln, ansonsten mache ich mich spätestens dann kaputt, wenn es in die 'richtige' Welt geht.

 

Yoga soll ja helfen *g* oder autogenes Training. Wenn ich nur nicht so naturwissenschaftlich-skeptisch dazu wäre.

 

Wie dem auch sei, auch dank einer guten Praktikantin und viel Mühe scheint es langsam mal wieder voran zu gehen. Jetzt muss ich nur noch nächste Woche meine erste gut gehaltene Vorlesung überstehen, und dann gehts auch schon fast nach Lyon - auf das ich mich halb freue, und vor dem ich mich halb fürchte...

 

All the best...

Esybilla 

 

 

17.6.08 12:38, kommentieren