Alte Schatten

http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,550328,00.html

 

Aus dem Nichts heraus hat mich der Artikel überfallen, und ich mußte mal wieder an die Zeit denken, in der ich viel Zeit mit Ultima Online verbracht habe.

 

Ich glaube (denke) nicht, daß es bei mir jemals krankhafte Züge annehm - dazu mag ich vermutlich mein Leben auch einfach zu sehr und bin nicht lange genug für das gleiche Thema fesselbar - aber einige der Menschen, die ich dort kennen gelernt habe, waren meiner Meinung nach definitiv über die Grenze drüber zwischen Spiel und Obsession.

 

Ich rede nicht einmal von den paar kranken Gestalten, die auf diesem Server herum liefen (an dieser Stelle geht ein herzlciher Gruß an Herrn D.P.), sondern vielmehr von vielen Leuten, mit denen ich da wirklich viel Zeit verbracht habe.

 

Es waren (dummerweise ;-) ) die besten Rollenspieler auf dem Server, und da ich nicht wegen der Engine, sondern wegen dem Rollenspiel da war, landete ich über kurz oder lang da, weil das einfach viel mehr Spass machte, als nur dumm auf irgendwelche Pixelviecher einzuprügeln.

 

Vor- und Nachteil gleichzeitig war, sie haben das alles fürchterlich ernst genommen. Zum einen waren sie dadurch echt konsistent, und es machte unheimlcih viel Spass, zum anderen war es aber auch echt verbissen. Alles mitloggen (okay, kann man wegen der oben erwähnten kranken Gestalten noch verstehen), Datenbanken anfertigen damit, wer welchen Char wann mal gespielt und wer wen gekannt hat, und weiß der Kuckuck was noch... ein unglaubliches Sammelsurium an Informationen, über Jahre hinweg zusammengetragen. Es wäre zu bewudnern, wenn...

 

ja wenn nicht gleichzeitig bei vielen von ihnen das reale Leben wirklich vor die Hunde gegangen wäre. Ich habe mich - vermutlich, im Nachhinein, aus Selbstschutz - nicht besonders dafür interessiert, welcher Spielleiter jetzt was war oder wem was zugeschustert hatte (klang mir immer ein bisschen nach Sandkasten, wenn ich Kleinkriege haben will, gehe ich arbeiten, in meiner Freizeit brauche ich das nicht), aber ich glaube, da waren ein paar kaputte Leute unterwegs.

 

Richtig schockiert war ich, als ich einige aus der Gruppe mal spontan besuchte, wo man irgendwie sah, WIE sehr sich alles um das Spiel drehte, und nicht mehr um die Realität.

 

Es macht mich heute noch traurig, daran zu denken, weil ein paar wirklich, wirklich liebe Menschen darunter waren. Einer, der, mit dem ich mich am besten verstanden habe, hat vermutlich (so weit ich das beurteilen kann) den Absprung geschafft, und einfahc alle Ultima-Brücken hinter sich abgebrochen - schade, aber okay für mich, acuh wenn ich mcih ab und an gerne noch mal mit ihm unterhalten würde.

 

Was den Rest angeht... ich bin irgendwann gegangen, in einem schleichenden Prozess, weil mir die Lust daran zu fehlen begann.

 

Ich wünsche euch allen nur das Beste... und manchmal denke ich mit Wehmut zurück.

 

Esybilla 

30.4.08 16:10

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