Life, the universe and everything

Heimat...

... eine Woche zurück aus Grenoble, und irgendwie muss ich darüber nachdenken, was dazu führt, dass man irgendwo heimisch wird.

 

Es ist ja kein großes Geheimnis, das Frankfurt definitiv nicht meine Stadt ist. Dabei wohne ich doch immerhin schon jahrelang in der Umgebung, und die drei Jahre, die ich jetzt wirklich in Frankfurt wohne, sind so an mir vorbei gerauscht, dass ich immer noch nicht das Gefühl habe, ich würde hier leben.

 Ich find die Vorstellung, mein ganzes Leben hier zu verbringen, irgendwie erschreckend, und ich hoffe, es kommt nicht dazu. Nicht, dass es generell ein Problem ist, das ganze Leben an einem Ort zu verbringen (okay, vielleicht schon, aber anderes Thema), aber muss es unbedingt Frankfurt sein?

 

Nehmen wir doch mal wahllos ein anderes Beispiel... zum Beispiel... Grenoble.

Wenn ich mich fragen würde, wo ich mich mehr zuhause gefühlt habe, würde ich sofot Grenoble nehmen, obwohl ich dort nur ein einziges Jahr lang gelebt habe. Aber allein jetzt, als ich wieder in der Stadt war, habe ich mich sofort wieder heimisch und wohl gefühlt, als wäre ich nie weg gewesen.

Wenn man mich fragen würde, ob ich noch mal hin wollte, ich würde sofort gehen. Komisch, oder? Und aus Frankfurt will ich weg so schnell es geht...

 

Darmstadt ist da schon besser.  Immer wenn ich da noch mal durch die Stadt laufe, habe ich auch Heimweh, es waren ja auch immerhin sechs Jahre, und von der Atmosphäre hat mir die Stadt auch gut gefallen - wenn auch immer noch kein Vergleich mit Grenoble. Aber Frankfurt *grusel* Kein Wunder, dass ich ständig auf der Autobahn hänge ;-)

 Und Bad Homburg/Friedrichsdorf? Das ist irgendwie gruselig auf seine ganz eigene Art. Es ist halt... meine Kinderzeit. Aber verglichen mit Darmstadt oder Grenoble fühle ich, wenn ich durch Friedrichsdorf oder Bad Homburg laufe einfach... gar nichts. Es ist halt da. Fertig. Komisch, oder?

 

Ich muss definitiv aus dieser Stadt raus ;-) Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Alex und ich hier in der Gegend was finden, wo wir bleiben können/wollen ist wohl eh der sechser im Lotto, und somit wirds wohl eh woanders hin gehen.  

 Vielleicht gar nicht so schlecht. Als ich mit der Promotion anfing, war mir ja so gar nicht nach reisen, aber jetzt so langsam fühle ich, wie so langsam wieder die Reiseschuhe aus dem Schrank rauslugen. Noch mal ganz woanders hin? Noch mal ganz was anderes sehen? Noch mal ganz was andres tun? Ja, bitte, gerne, und vor allem letzteres wird sich ja eh nicht vermeiden lassen.

 Ich mach mich nicht gut in festen Strukturen, glaube ich. Also gehts eh wieder los.

 

Wenn man nur die Leute mitnehmen könnte. Das ist glaube ich echte Heimat, Freunde, auf die man sich verlassen kann, jahrelange Vertrautheit. Das geht ein bisschen flöten, mit dem vielen Reisen. Auf der anderen Seite ist das denke ich auch ein bisschen mit eine Frage des Willens. Wenn ich mal schaue, da wir jede Woche mit Arno WoW spielen ist es irgendwie, als sei er immer noch da. Man quatscht eben doch noch viel...

 

Das macht ja Hoffnung.

 

Von daher - schnell fertigpromovieren, und dann raus in die Welt...

Ich glaub, ich machs wie Alex. Ich bezeichne mich als 'Europäer' und versuche einfach, überall daheim zu sein. Ist eh am lustigsten...

 

In diesem Sinne

 

Esybilla 

 

1 Kommentar 21.7.08 19:49, kommentieren

Schadensbegrenzung

So ganz langsam kommt alles wieder in die Fuhr - wurde ja auch langsam Zeit. Mein Unterbewußtsein ist aus seinem Zwangsurlaub zurück und ich fühle mich wieder wie ich selbst.

 

Sonnenschein tut sein übriges dazu.

 

So langsam klären sich auch die Fronten an den übrigen Baustellen - und ich bin zumindest wieder in der Lage, mit dem Freund, der mir so übel auf die Füße getreten ist (und nicht nur mehr) einigermassen konstruktiv zu sprechen - letzte Woche hätte ich mir das noch nicht zugetraut.

 

Ich weiß gar nicht, warum mich das ganze so gnadenlos wütend gemacht hat. Wahrscheinlich weil ich nicht gerne zwischen den Stühlen sitze. Und aus persönlicher Historie mit manchen Sachen gar nicth kann.

 

Naja... Resultat: Ein pulverisierter Freundeskreis in Darmstadt, eine wackelige Fortsetzungschance für meine Borbarad-Runde, viel zerschlagenes Porzellan und eine ungewisse Zukunft....

 

aber mein gewohnter Optimismus meldet sich zur Arbeit zurück, und alles wird gut :-)

 

Esybilla

 

*sonnig* 

7.5.08 11:06, kommentieren

Problembewältigung

Irgendwie finde ich das lustig, wenn ich mich so beobachte, was ich tue, wenn irgend etwas wirklich an mir knabbert. Vielleicht werde ich es mir noch mal irgendwann hier von der Seele schreiben (ich wollte eigentlich - deshalb habe ich die Kategorie Antigrinsekatze erstellt, aber irgendwie wollen die Worte nicht kommen und so soll es vermutlich einfach nicht sein), aber im Moment bin ich was einige Dinge angeht, nicht so ganz auf der Höhe.

 

Und beobachte mal wieder meine typische Art der Problembewältigung.

 

Nach einer Phase des Rumtobens (es geht nicths über einen soliden Zornanfall angesichts einer Schwachsinnsaktion aus dem näheren Umfeld...) geht es nahtlos über in die Bewältigungsphase. Da gehts mir eigentlich nicht schlecht, ich bin nicht deprimiert, und im Prinzip denke ich kaum dran.

Ich habe bloß ein gewisses Bedürfnis nach Ruhe - entgegen meiner sonstigen hektischen Aktivität - bin dann gerne mit mir allein (ohne, daß ich mich dann damit beschäftige, von Schreiben über WoW und Gitarre spielen mache ich alles, was mir so spass macht udn genieße es auch) und unternehme weniger. Traurig bin ich trotzdem nicht. Eher einfach still. Oder stiller wenigstens.

 

Ich finds nicht die schlechteste Art, einfach die übliche hektische Aktivität ein bisschen auf Sparflamme zu stellen, während das Unterbewußtsein mit sich selbst ausknuspert was es denn von diesem oder jenem hält.

 

Wenigstens bin ich dann nicht deprimiert. Das war ich bloss zwei Tage.

 

Das einzige was nervt, ist dass ich dann immer Bauchschmerzen kriege. Die gehen auch wieder weg, aber so lange sie da sind, sind sie lästig.

 

Also, Magen, hör mit dem Mist auf. Wird doch alles wieder gut.

 

In diesem Sinne

 

Esybilla 

2.5.08 15:37, kommentieren

Alte Schatten

http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,550328,00.html

 

Aus dem Nichts heraus hat mich der Artikel überfallen, und ich mußte mal wieder an die Zeit denken, in der ich viel Zeit mit Ultima Online verbracht habe.

 

Ich glaube (denke) nicht, daß es bei mir jemals krankhafte Züge annehm - dazu mag ich vermutlich mein Leben auch einfach zu sehr und bin nicht lange genug für das gleiche Thema fesselbar - aber einige der Menschen, die ich dort kennen gelernt habe, waren meiner Meinung nach definitiv über die Grenze drüber zwischen Spiel und Obsession.

 

Ich rede nicht einmal von den paar kranken Gestalten, die auf diesem Server herum liefen (an dieser Stelle geht ein herzlciher Gruß an Herrn D.P.), sondern vielmehr von vielen Leuten, mit denen ich da wirklich viel Zeit verbracht habe.

 

Es waren (dummerweise ;-) ) die besten Rollenspieler auf dem Server, und da ich nicht wegen der Engine, sondern wegen dem Rollenspiel da war, landete ich über kurz oder lang da, weil das einfach viel mehr Spass machte, als nur dumm auf irgendwelche Pixelviecher einzuprügeln.

 

Vor- und Nachteil gleichzeitig war, sie haben das alles fürchterlich ernst genommen. Zum einen waren sie dadurch echt konsistent, und es machte unheimlcih viel Spass, zum anderen war es aber auch echt verbissen. Alles mitloggen (okay, kann man wegen der oben erwähnten kranken Gestalten noch verstehen), Datenbanken anfertigen damit, wer welchen Char wann mal gespielt und wer wen gekannt hat, und weiß der Kuckuck was noch... ein unglaubliches Sammelsurium an Informationen, über Jahre hinweg zusammengetragen. Es wäre zu bewudnern, wenn...

 

ja wenn nicht gleichzeitig bei vielen von ihnen das reale Leben wirklich vor die Hunde gegangen wäre. Ich habe mich - vermutlich, im Nachhinein, aus Selbstschutz - nicht besonders dafür interessiert, welcher Spielleiter jetzt was war oder wem was zugeschustert hatte (klang mir immer ein bisschen nach Sandkasten, wenn ich Kleinkriege haben will, gehe ich arbeiten, in meiner Freizeit brauche ich das nicht), aber ich glaube, da waren ein paar kaputte Leute unterwegs.

 

Richtig schockiert war ich, als ich einige aus der Gruppe mal spontan besuchte, wo man irgendwie sah, WIE sehr sich alles um das Spiel drehte, und nicht mehr um die Realität.

 

Es macht mich heute noch traurig, daran zu denken, weil ein paar wirklich, wirklich liebe Menschen darunter waren. Einer, der, mit dem ich mich am besten verstanden habe, hat vermutlich (so weit ich das beurteilen kann) den Absprung geschafft, und einfahc alle Ultima-Brücken hinter sich abgebrochen - schade, aber okay für mich, acuh wenn ich mcih ab und an gerne noch mal mit ihm unterhalten würde.

 

Was den Rest angeht... ich bin irgendwann gegangen, in einem schleichenden Prozess, weil mir die Lust daran zu fehlen begann.

 

Ich wünsche euch allen nur das Beste... und manchmal denke ich mit Wehmut zurück.

 

Esybilla 

1 Kommentar 30.4.08 16:10, kommentieren

Lustige Dinge, die mein Körper so macht

Keine Ahnung was im Moment los ist, der Wurm ist aber schon irgendwie drin. Gestern hatte ich den ganzen Tag Bauchkrämpfe, hab dann nachmittags den großen weißen Porzellangott angebetet, bin dann irgendwann heim, hab so Verspannungen gekriegt (meinem Magen gings wieder gut), daß ich wirklich Knubbel im Hals und am Schädel hatte (lustig, gell?), die haben sich weggeschlafen, aber jetzt sitze ich am Rechner, udn beides gemeinsam geht wieder los.

 

Vielleicht macht mich die Arbeit ja krank? :-)

 

Na ja, sehen wirs positiv. Es wurde gestern besser, als ich im Labor war. Also frisch auf ans Werk :-)

 

Esybilla 

30.4.08 09:32, kommentieren

Winterwonderland

Sleigh bells ring... are you listening...

 

oh mann, habt ihr mal nach draussen geschaut? Nicht, dass ich kein Freund von Schnee bin, aber jetzt um die Zeit habe ich es doch nicht mehr wirklich erwartet. Naja, Aprilwetter, was will man machen. Ich erinnere mich dran, dass irgendwann vor gefühlten 100 Jahren (ich war noch im Kindergarten) mal Schnee am Geburtstag meiner Schwester gefallen ist, und das ist der 19.4.

 

Von daher, wohl alles im grünen Bereich. Es ist hier oben kalt genug, dass es tatsächlich so was gibt, das tut, als wäre es eine geschlossene Schneedecke - brilliant :-)

 

Ich sehe eine Arbeitsgruppenschneeballschlacht auf mich zukommen oder so... naja vielleicth auch nicht. MIr tun die armen Schweine leid, die schon auf Sommerreifen gewechselt haben, da lohnt sichs, mal faul zu sein.

 

Eigentlich hätte man es sich die Nacht schon denken können - ich war gestern auf der Luminale, ganz nett, wenn auch irgendwie unspektakulär, wie ich fand - und es war saukalt. Im dicken Wintermantel hab ich gefroren wie ein Schneider.

 

Nun ja, genießen wir das Wetter, auch wenn es zur falschen Zeit kommt

 

Esybilla mit der roten Mütze 

7.4.08 11:27, kommentieren

Von der besonderen Mentalität von Wissenschaftlern

Nach einem lustigen Gespräch zwischen einer Kollegin und mir bin ich mal wieder auf den Gedanken gekommen, wie sehr man in diesem Job ganz von alleine abzuheben beginnt.

 

Auslöser war die Unterhaltung über 'Beuteschemata' und eigentlich mussten wir uns beide eingestehen, dass man so als Physiker/Chemiker/Biologe/Ingenieur irgendwie normalerweise relativ inzestuös innerhalb dieser Gruppierungen ist. Bei vielen Freunden von mir, die andere Jobs machen, sind diese fächerinternen Beziehungen deutlich weniger ausgeprägt.

 

Ich frag mich, woran das liegt. Wird man mit der Zeit in diesem Geschäft so seltsam, dass nur jemand, der sich mit ähnlichem beschäftigt, das noch nachvollziehen kann?

Oder liegt es daran, dass man, anders als zum Beispiel Bekannte von mir, die eine Ausbildung gemacht haben, noch viel länger in dem künstlichen Biotop 'Uni/Ausbildung' rumdümpelt, so dass Dinge wie eine Familie zu gründen so unendlich weit weg erscheinen, weil man so lange noch in einer relativ prekären Lage lebt? So dass man dann, wenn man anfängt, in die Richtung zu denken, quasi nur noch Wissenschaftler kennt?

Vielleicht liegt es auch daran, dass die meisten Kollegen/Bekannten bei denen mir das aufgefallen ist, weiblich sind, und als Frau ist das gerade bei Physik ja auch immer so eine Sache - die Verhältnisse sprechen da eine klare Sprache. Auf der anderen Seite, die meisten meiner 'Datenpunkte' sind Chemiker und Biologen, und da sind die Frauen ja nicht so in der Unterzahl...

Komisch, komisch...

 

über was für Dinge man sich so Gedanken macht, wenn man sich vor der Arbeit drücken will...

 

Esybilla

 

1 Kommentar 2.4.08 15:32, kommentieren